CHRISTINA FISCHER & MICHAEL RÄMISCH Eintritt FREI!

Changing Opinion

Christina Fischer – Gesang / Michael Rämisch – Klavier

Das Duo führt mit Zartheit im Klang, musikalischer Ehrlichkeit und Hingabe zu einem beeindruckenden Konzerterlebnis.
Mit ihrem neuen Programm widmen sich die beiden Musiker der klassischen Musik deutscher, österreichischer und amerikanischer Komponisten. Sie spielen Lieder von Hugo Wolf, Arnold Schoenberg, Philip Glass und Wolfgang Rihm. Keine zufällige Auswahl, denn diese vier Musiker inspirierten einander und schlugen mit ihren Werken einen Bogen vom Anfang bis zum Ende des 20. Jahrhunderts.

Hugo Wolf (1860- 1903) schuf in den zehn Jahren zwischen 1887 und 1897 ein musikalisches Werk, dass ihn zu einem der bedeutensten Liedkomponisten werden ließ.
In seinen Liedern spürt man die Auflösung der musikalischen Ordnung und das Ende des bürgerlichen 19. Jahrhunderts.
Es ist ein poetischer Abgesang.

Die Zeit war reif für einen Arnold Schoenberg. Die radikalen Entwicklungen der Kompositionstechnik und ihrer theoretischen Grundlagen, die von der Atonalität über die Zwölftontechnik zur seriellen Musik und schließlich zur Elektronischen Musik führten, wurden durch ihn angestoßen. Die drei Lieder, in 12 Tontechnik, verfasste Schönberg 1933, dem Jahr in dem ihm die Professur an der Preußischen Akademie der Künste aus rassistischen Gründen durch die NS-Gesetzgebung entzogen wurde. Einen Monat später emigrierte er in die USA.

In der Musik von Phillip Glass, der im vergangenen Jahr 80 Jahre alt wurde, findet sich die kosmopolitische Vielfältigkeit unserer Welt. Er studierte in den 50er und 60er Jahren Mathematik und Musik in New York, ließ sich von indischer Musik und buddhistischer Philosophie ebenso wie von der amerikanischen Popkultur beeinflussen. Seine Musik, die häufig als „minimalmusic“ bezeichnet wird beschreibt Peter Sellers so: „Bei Phil ist es ein bisschen wie bei einer Zugfahrt einmal quer durch Amerika: Wenn Sie aus dem Fenster sehen, scheint sich stundenlang nichts zu verändern, doch wenn Sie genau hinsehen, bemerken Sie, dass sich die Landschaft sehr wohl verändert- langsam, fast unmerklich“.
Den Stücken aus dem Zyklus „Liquid Days“ liegen Texte von Paul Simon und Susanne Vega zugrunde.

Wolfgang Rihm wurde 1952 in Karlsruhe geboren. Er ist ein Komponist, der sich immer in Frage stellt. Jedes neue Werk ist eine Antwort auf das Vorangegange und wirft wieder neue Fragen auf. Alles ist ständig im wachsen. Dem Zyklus „Das Rot“ liegen sechs Gedichte von Karoline von Günderrode (1780-1806) zugrunde. Sie war eine der interessantesten Künstlerinnen der deutschen Frühromantik, wuchs durch den frühen Tod des Vaters in finanziell schwierigen Verhältnissen in einem Stift für adelige junge Frauen auf und studierte hier Philosophie, Geschichte, Literatur und Mythologie. Eine tiefe Sehnsucht nach einem erfüllten und selbstbestimmten Leben liess sie zu einer frühen feministischen Idealisten und Kämpferin werden.
Nach einer unglücklichen Liebe zum Altertumsforscher Friedrich Creuzer erdolchte sie sich mit 27 Jahren.

Beginn: 20:00 Uhr
Einlass: ca. 19 Uhr